Die Vorzeichen vor dem Duell im Mobiliar Handball Cup 2026/27 in der heimischen Sporthalle Buchholz waren klar: Als Erstligist empfing die SG Uster/Stäfa den Favoriten aus der Nationalliga B, CS Chênois Genève Handball. Trainer Garcia hatte seine Mannschaft im Vorfeld perfekt eingestellt: „Solche Spiele sind keine Belastung, sondern eine Chance. Der Druck liegt nicht bei uns.“ Die Red Dragons beherzigten die Marschroute, brauchten jedoch eine lange Anlaufzeit, ehe sie eine dramatische und emotionale Aufholjagd starteten. Am Ende stand eine 29:34-Niederlage auf der Anzeigetafel.
Schwere Anfangsphase gegen die Genfer Mauer
Die Red Dragons brauchten in der Anfangsphase viel Geduld, um den Respekt vor dem höherklassigen Gegner abzulegen. Genfs Torhüter Amaeze Odoemene zog den Gastgebern mit einer Parade nach der anderen den Zahn. Der zweite Treffer der SG fiel erst in der 9. Minute zum Stand von 2:6. Bis dahin hatte der Favorit das Spiel komplett diktiert.
Rote Karte sorgt für den emotionalen Wendepunkt
Als Uster/Stäfa besser in Tritt kam, heizte sich die Partie emotional auf. In der 25. Minute folgte der Paukenschlag: Genfs Kreisläufer Grillère sah nach einem harten Einsteigen die Rote Karte (Disqualifikation ohne Bericht). Die Westschweizer verloren danach vorübergehend die Nerven und fingen sich bis zur Pause noch zwei weitere Zeitstrafen ein. Etter und Güntensperger nutzten diese Phase geschickt aus und verkürzten noch vor dem Gang in die Kabine zum 9:13-Halbzeitstand.
Die Buchholz-Halle kocht: Führung in der 40. Minute
Nach dem Seitenwechsel blies das Heimteam zur Attacke. Angetrieben von der Überzahl und der nun lautstarken Kulisse fighteten sich die Dragons Tor um Tor heran. Die junge SG drehte mächtig auf. In der 39. Minute war es Grünig, der die Halle mit dem 18:18-Ausgleichstreffer zum Beben brachte. Nach einem technischen Fehler der Genfer traf Lago direkt im Anschluss sogar zur 19:18-Führung. Das Spiel war wieder völlig offen, und die Sensation lag in der Luft.
Genfer Routine setzt sich in der Crunchtime durch
In den letzten 15 Minuten zeigte der Favorit jedoch seine abgezockte Klasse. Dass die Sensation am Ende ausblieb, lag vor allem an der individuellen Qualität von Cardinal. Der 32-jährige Franzose drückte dem Spiel mit insgesamt 13 Toren seinen Stempel auf. Wann immer die Dragons nach dem erneuten Ausgleich (20:20 in der 43. Minute) wieder herankamen, konterten die Genfer eiskalt. Zusammen mit dem treffsicheren Butans (9 Tore) nutzten die Gäste die schwindenden Kräfte der Hausherren und eine späte Zweiminutenstrafe gegen Grünig gnadenlos aus. Genf zog in den Schlussminuten vorentscheidend auf fünf Tore davon. Den Schlusspunkt der Partie setzte Barth eine Sekunde vor dem Abpfiff zum 29:34-Endstand. Trainer Garcia zollte dem Gegner nach dem Schlusspfiff Respekt, um die Leistung seiner Jungs richtig einzuordnen: „Ihr hattet es mit einem erfahrenen Profi mit über 1.200 Karrieretoren zu tun.“ Auch wenn am Ende der Favorit die Oberhand behielt, nimmt die SG Uster/Stäfa viel Selbstvertrauen und wertvolle Erkenntnisse aus dieser leidenschaftlichen Aufholjagd mit in den Ligaalltag.
Schweizer Cup, Vorrunde: SG Uster / Stäfa (M.) – CS Chênois Genève Handball (NLB) 29:34 (9:13)





