Stäfa unterliegt in der Belle – und bleibt dennoch erstklassig

In einer hochspannenden fünften Partie der Playout-Serie verliert Handball Stäfa beim HSC Suhr Aarau mit 34:32. Während die Niederlage in der Schachenhalle zunächst den sportlichen Abstieg zu besiegeln schien, sorgten die Resultate aus der NLB für eine späte Wende: Da kein aufstiegsberechtigtes Team den Aufstieg schafft, verbleibt Stäfa in der Quickline Handball League.

Das entscheidende fünfte Spiel war, wie die gesamte Serie zuvor, von grosser Ausgeglichenheit geprägt. Die Gäste vom Zürichsee agierten taktisch variabel und setzten in der Offensive auf ihr Spiel mit vier Rückraumspielern ohne klassischen Kreisläufer. Zwar erspielte sich Stäfa zahlreiche gute Möglichkeiten, scheiterte jedoch phasenweise an der eigenen Chancenauswertung. Da aber auch die Aarauer Mühe mit dem gut disponierten Stäfner Torhütergespann hatten, blieb die Begegnung bis zum Pausenstand von 14:12 für den HSC offen.

Auch nach dem Seitenwechsel konnte keine der beiden Mannschaften das Spieldiktat vollständig an sich reissen; die Partie bewegte sich im Gleichschritt Richtung Schlussphase. Fünf Minuten vor Ende traf Nikos Sarlos per Siebenmeter zur Zwei-Tore-Führung für den HSC, doch die Stäfner, angetrieben von den zahlreich mitgereisten Fans, reagierten postwendend und glichen die Partie erneut aus. In der sogenannten Crunchtime gaben schliesslich Nuancen den Ausschlag: Ein Ballverlust der Gäste und ein weiterer Treffer von Sarlos vom Siebenmeterstrich entschieden die Partie mit 34:32 zugunsten der Aargauer.

Nach dem Abpfiff herrschte im Lager der Gelbschwarzen zunächst grosse Leere, da der Gang in die NLB besiegelt schien. Trotz der Enttäuschung durfte das Team auf eine aufopfernde Serie zurückblicken, in der man dem HSC über fünf Spiele hinweg auf Augenhöhe begegnet war und im Schnitt 1350 Zuschauer pro Heimspiel mobilisierte. Auch zu den drei Auswärtsspielen in Suhr reisten jeweils hunderte von gelb-schwarzen Fans mit und sorgten dafür, dass nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf den Zuschauerrängen klar wurde, dass Handball Stäfa alles dafür tun würde, um den Klassenerhalt zu schaffen.

Die Erlösung folgte rund eine Stunde nach Spielende: Durch die Niederlage der HSG Baden-Endingen gegen CS Chênois Genève und den gleichzeitigen Erfolg der Pfadi Espoirs gegen Steffisburg belegen in der NLB-Abschlusstabelle ausschliesslich Teams die Spitzenplätze, die nicht aufstiegsberechtigt sind. Damit bleibt das Tableau der QHL für die kommende Spielzeit unverändert, womit Handball Stäfa für den heroischen Kampf in der Playoutserie belohnt wird und erstklassig bleibt. Dass danach beim Team sämtliche Dämme brachen, ist angesichts der emotionalen Anspannung kein Wunder. Der Erfolg ist für den ganzen Verein eine grosse Sache. Die Investitionen in die Infrastruktur, die beim Aufstieg letztes Jahr nötig wurden und die grossen Anstrengungen der vielen ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können nun weiter Früchte tragen.