
Für Handball Stäfa kommt es im Auswärtsspiel gegen Wacker Thun knüppeldick. Schon in der Startviertelstunde scheiden zwei Rückraumspieler verletzt aus, dann gerät der Aufsteiger vom Zürichsee mit sechs Toren in Rückstand. Von all diesem Unbill lassen sich die verbliebenen Stäfner jedoch nicht abschrecken, ihnen gelingt vielmehr eine Aufholjagd, welche mit dem Ausgleich gekrönt wird. Am Ende stehen die Gäste trotz heroischem Kampf mit einer 32:34-Niederlage und ohne Punkte da.
Nach einer Viertelstunde und dem Treffer von Ante Gadza zum 9:6 musste das Spiel für mehrere Minuten unterbrochen werden. Cedric Zimmermann hatte sich bei der Verteidigungsaktion schwer am Finger verletzt. Offener Bruch mit luxiertem Finger lautete die medizinische Diagnose. Geschäftsführer Roger Felder brachte den Unglücksraben ins Spital. Schon kurz nach Spielbeginn hatte Han Völker einen Schlag gegen den Kopf erhalten und musste mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Feld. Somit fehlten Stäfas Trainer Lukas Maag schon früh zwei seiner drei etatmässigen Verteidiger im Innenblock. An einen Punktgewinn dachte bei Stäfa wohl niemand mehr. Zumal die Gelbschwarzen zehn Minuten später mit sechs Toren im Hintertreffen lagen.
Doch das Rumpfteam steckte nicht auf. Der reaktivierte Marco Wyss parierte bei seinem Comeback am Ende der ersten Halbzeit gleich einen Penalty von Yanic Baumann. Thun führte 18:14 – kurz nach dem Seitenwechsel dann aber schon 20:14. Auch das liess die Gäste nicht einknicken. Tor um Tor arbeiteten sie sich heran. Dabei leisteten sie sich mit dem siebten Feldspieler praktisch keine Fehler. Nach 43 Minuten verkürzte Mathias Müller auf 25:22. Was die Thuner Ausländerfraktion gleich mit zwei Treffern zum 27:22 beantwortete.
Doch nun hatten die Stäfner Lunte gerochen, sie erzielten ihrerseits vier Tore in Folge. Der Ausgleich wurde in der 52. Minute durch einen von Francesco Ardielli verwandelten Gegenstoss zum 28:28 Tatsache. Noch zweimal gelang den Gästen der Ausgleich. Coach Lukas Maag sagte im Time-out fünf Minuten vor Schluss: «Ihr müsst einfach daran glauben. Sie geben uns die Chance, wir nehmen sie.» Das Glück war den Stäfnern aber nicht hold, Thun zog auf 34:30 davon und behielt das Punktepaar im Berner Oberland. Rückkehrer Marco Wyss meinte: «Es war, als wäre ich nie weg gewesen.» Die Enttäuschung über den verpassten Punktgewinn überwiege aber gerade.
Handball Stäfa steht am Samstag, 15. November, um 18 Uhr auf dem Frohberg gegen die Kadetten Schaffhausen wieder im Einsatz.
QHL: Wacker Thun – Handball Stäfa 34:32 (18:14)
Lachen. 590 Zuschauer. SR: Odermatt/Rachad. – Torfolge: 3:0, 3:2, 4:3, 6:3, 8:6, 10:8, 13:8, 16:10, 17:14, 18:14; 20:14, 23:17, 25:22, 27:22, 27:26, 28:28, 30:30, 34:30, 34:32. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Thun, 5-mal 2 Minuten gegen Stäfa. – Thun: Winkler (8 Paraden)/Fürst (5); Stettler, Joshua Baumann (1), Kiener (4), Flavian Römer (2), Cakaric (4), Buck (5), Yanic Baumann (4/2), Guignet (2), Schwab (4), Gruber (3), Leandro Römer, Meschke, Gadza (5/1), Jovic. – Stäfa: Frei (3 Paraden)/Cachin (1)/Wyss (8); Herbst (2), Ardielli (7/2), Müller (7/1), Völker, Yamada (5), Ladan (6), Martis (1), Zeller (1), Rinderknecht (2), Zimmermann, Steiner, Pietrus (1). – Bemerkungen: Time-outs: Thun (30./17:14, 48./27:24, 52./28:28); Stäfa (20./12:8, 55./30:29, 58./33:30). 3. Völker fällt mit Verdacht auf Gerhirnerschütterung aus. 15. Zimmermann fällt mit offenem Fingerbruch aus. 23. Winkler hält Penalty von Müller (14:9). 30. Wyss hält Penalty von Y. Baumann (18:14). 43. Fürst hält Penalty von Müller (25:21). 49. Frei hält Penalty von Gadza (27:24).

