
Handball Stäfa hat sich auswärts gegen die Kadetten Schaffhausen sehr achtbar aus der Affäre gezogen. Das Schlusslicht warf gegen den Schweizer Meister 39 Tore – so viele wie in den letzten zwei Jahren niemandem gelungen waren. Weil der Ligakrösus selbst 45 Treffer erzielte, reichte es für die Gelbschwarzen allerdings nicht zu einem Punktgewinn. Nach dem QHL-Premierensieg am Samstag gegen Wacker Thun konnten die Stäfner die BBC-Arena aber ebenfalls erhobenen Hauptes verlassen.
Zu Beginn ging der Underdog sogar zweimal in Führung. Dann leisteten sich die Stäfner aber einige Fehler, welche der Tabellenführer mit Tempogegenstössen sofort bestrafte. So wurde innert 100 Sekunden aus dem 1:2 ein 5:2. Allen voran der isländische Nationalspieler Odin Rikhardsson kannte in der Startphase mit den Gästen keine Gnade. Nach gut einer Viertelstunde erhöhte der Linkshänder auf 17:9. Die Stäfner liessen sich darob jedoch nicht entmutigen, agierten oft mit sieben Feldspielern und kamen wieder heran. Nach gut 20 Minuten wurde es Kadetten-Trainer Hrvoje Horvat beim Stand von 19:17 zu bunt und er nahm ein Time-out. Bis zur Pause (24:20) hielten die Stäfner aber Schritt.
«Wir haben uns stark zurückgekämpft, beziehungsweise generell gekämpft wie Tiere und das als Einheit», zeigte sich Lukas Maag zufrieden. «Mit diesem Kader ein solches Ergebnis zu erzielen, finde ich sensationell!» Natürlich hätten die Kadetten nie um den Sieg bangen müssen, «aber ich bin sehr, sehr stolz auf mein Team», sagte der Stäfner Trainer.
In der zweiten Halbzeit setzte sich der European-League-Teilnehmer aus der Munotstadt zwar zwischenzeitlich auf sieben Tore ab. In der 54. Minute brachte Kreisläufer Karlo Ladan die Gäste aber wieder auf vier Längen heran. Am Ende gewann Schaffhausen 45:39.
Letztmals hatten die Nordostschweizer im Playoff-Final 2023 mehr Tore kassiert. Kriens-Luzern brauchte damals für seine 42 Treffer jedoch 80 Minuten. In dieser Saison gehörte der Bestwert bisher St. Otmar St. Gallen, das von den Kadetten 44:32 bezwungen wurde. Auf die Ostschweizer treffen die Stäfner im nächsten Spiel am kommenden Mittwoch um 19.15 Uhr auf dem Frohberg.
QHL: Kadetten Schaffhausen – Handball Stäfa 45:39 (24:20)
BBC-Arena. 566 Zuschauer. SR: Abalo/Maurer. – Torfolge: 1:2, 5:2, 7:5, 10:6, 17:9, 18:13, 19:17, 22:19, 24:20; 27:20, 30:24, 32:27, 35:31, 40:35, 45:39. – Strafen: je 1-mal 2 Minuten. – Schaffhausen: Bergmann (5 Paraden)/Strauss (8/1 Tor); Meister (2), Prince (1), Saueressig, Rikhardsson (8/3), Ugiagbe (2), Hrachovec (5), Küttel (4), Peric (2), Lier (2), Pietrasek (6), Markovic, Maros (1), Reznicky (6), Martinovic (5). – Stäfa: Frei (3 Paraden)/Cachin (2); Herbst (2), Ardielli (1), Müller (9), G. Mores (1), Völker (3), Yamada (1), Ladan (7), Martis (2), Zeller, Rinderknecht (7), Zimmermann (3), Bertschinger (3), Steiner. – Bemerkungen: Time-outs: Schaffhausen (24./19:17, 53./37:33); Stäfa (13./14:8, 40./32:25, 56./41:35). 21. Cachin hält Penalty von Rikhardsson (18:13). 32. Strauss hält Penalty von Martis (25:20).


