
QHL-Aufsteiger Handball Stäfa tickt in mancherlei Hinsicht etwas anders als die Konkurrenz. Auch das Trainingslager der Equipe von Trainer Lukas Maag entsprach so gar nicht der gängigen Form mit zwei bis drei Halleneinheiten pro Tag. Die Stäfner logierten nämlich in der Jugendherberge Trin GR, von wo aus sie in einem Bergwaldprojekt draussen in der Natur mit verschiedenen Werkzeugen hantierten und für die Umwelt wertvolle Arbeit verrichteten.
«Ich war schon mit Schülern dort und dachte, das muss ich mit dem Team auch machen», sagt der als Sportlehrer an der Kanti Küsnacht tätige Maag. Sein Ziel war neben der Teambildung auch eine sinnvolle Arbeit in der Natur zu erledigen. Luxusferien sehen anders aus. «Die Jugi in Trin verfügt über einen soliden Ausbaustandard – das Abwaschen nach dem Essen gehörte jedoch dazu, denn das ist Teil einer Bergwaldprojektwoche: alle packen mit an, auch im Haushalt», erklärt Maag
Frondienst für den Bergwald
Tatkräftig und mit viel Teamgeist hätten die jungen Stäfner Handballer beim Bergwaldprojekt in der Region Trin GR angepackt, sagt Lukas Wunderle, Projektleiter bei der gemeinnützigen Organisation. In steilen Hängen förderten sie die Naturverjüngung durch den Bau von Dreibeinböcken, neu gepflanzte Eichen wurden von Konkurrenzvegetation befreit und mit Einzelschutz vor Wildverbiss geschützt. Zudem wurden von den Spielern geschützte Biotope – wichtige Lebensräume für Biber und Vögel – gepflegt und Wasserläufe freigelegt, damit das Wasser wieder ungehindert fliessen kann. Auch ein für den Forstdienst wichtiger Begehungsweg wurde instandgesetzt.
«Solche Einsätze liegen dem Bergwaldprojekt besonders am Herzen, denn sie bringen jungen Menschen die Bedeutung des Ökosystems Bergwald näher und fördern ihr Bewusstsein für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur», erklärt Wunderle.
Mit Lagerolympiade zur verschworenen Einheit
Sie hätten eine sinnvolle Arbeit im Team verrichtet», sagt Rückraumspieler Cédric Zimmermann. «Am Ende der Woche war es eindrücklich, zu sehen, was wir geleistet haben. Toll, dass wir einen kleinen Teil zum Schutz der Natur beitragen konnten.» Die Zeit nach dem Nachtessen war für Lukas Maag ein zusätzliches Highlight. «Wir haben viele Spiele zusammen gespielt.» Francesco Ardielli und Zimmermann hätten eine Lagerolympiade mit Geschicklichkeitsspielen und Fungames auf die Beine gestellt. «Ohne dass ich einen Input geben musste», freut sich der Trainer. Dem Ziel, wieder so eine eingeschworene Truppe zu werden, wie letzte Saison, seien sie definitiv einen Schritt näher gekommen.
Nächstes Testspiel gegen St. Gallen
Nun feilen die Stänfer in der Halle an ihren handballerischen Fähigkeiten. Bis zum Saisonstart Ende August stehen auch noch drei Testspiele auf dem Programm. Das erste am Samstag, 9. August, um 17.30 Uhr auf dem Frohberg gegen den TSV St. Otmar St. Gallen (QHL).
Das Bergwaldprojekt
Das Bergwaldprojekt ist eine gemeinnützige Organisation mit Sitz in Trin GR, die sich dem Schutz, der Pflege und dem Erhalt des Waldes und der Kulturlandschaft in Berggebieten widmet. Seit der Gründung im Jahr 1987 engagiert sich die Organisation durch Arbeitseinsätze und Sanierungsarbeiten mit Freiwilligen für die nachhaltige Erhaltung des Bergwaldes und seiner Leistungen. Zudem fördert die Organisation das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung des Bergwaldes und setzt sich für ein besseres Verständnis für seine ökologischen Belange ein.
Bis heute haben rund 100’000 Freiwillige durch das Bergwaldprojekt in den Bergwäldern der Schweiz, Deutschlands, Österreichs, Kataloniens und des Fürstentums Liechtenstein gearbeitet. Die Finanzierung erfolgt durch Mitgliederbeiträge, Spenden, Legate sowie durch Beiträge von Waldbesitzer:innen und Partnerorganisationen.



